Tag 284: COS Kleid & Bomberjacke

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Ui, wenn das der Herr G.M. Kretschmer sieht… Drei Teile trage ich und die haben auch noch alle unterschiedliche Farben. Style-Polizei wird nicht amused sein. Aber ich mag es so und habe das Erntedank Fest an diesem wunderschönen Sonntag in einer Gärtnerei gefeiert. So richtig mit Kürbissuppe, und wie es sich für uns in Frankfurt gehört, natürlich auch mit Grüne Soße, Kartoffel und Ei. Mein Outfit: Ein kurzärmliges, nachtblaues COS Kleid, dazu meine heiß geliebte Bomberjacke und einen Schal, der eigentlich nur aus einer ewig langen Stoffbahn besteht. 

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Bis auf die Schuhe (Socken & Unterwäsche) hat tatsächlich alles was ich trage, schon einmal jemand anderem gehört. Den Rucksack habe ich bei uns auf der Arbeit auf dem Schwarzen Brett ergattert, die Bomberjacke habe ich mir ewig gewünscht. Die wurde von meinen Mädels über eBay ergattert und das Kleid, das stammt vom Oxfam Shop. Das Tuch habe ich auf dem Flohmarkt gekauft, auf dem mir das gestrige pinkfarbene Kleid geschenkt worden ist. Heute war wieder so ein Tag, wo ich ganz viele Menschen getroffen habe (auf besagtem Erntedank Fest), die mir meinen Lieblingssatz entgegen schleuderten: „Das ist aber nicht secondhand, oder???“ Doch! Das versuche ich ja zu beweisen, Secondhand-Kleidung kommt nicht so verstaubt und muffig daher, wie sich das manch einer vorstellt. Auch wenn dieser Look vielleicht nicht jedermanns und -fraus Geschmack trifft, so waren die vielen Leute sich heute doch einig, dass es so etwas Angesagtes nicht gebraucht zu kaufen gibt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Frau um stylish und für sich gut angezogen zu sein, nicht ständig neue Klamotten braucht, wie es uns die Fast Fashion Industrie glauben machen will. Einfach mal aussetzen. Eine Runde im Secondhand-Laden drehen, wer es Neu mag bei Armed Angels & Co gucken und dann noch mal drüber nach denken: Brauche ich das wirklich? Ich hasse diese Frage, aber wenn ich mir erklären kann, warum ich sie zu brauchen meine, bin ich schon einen Schritt weiter und verstehe mein Shopping Verhalten. So schön ich dieses Kleid auch finde, ich brauche es nicht. Mich erleichtert diese Entscheidung momentan ungemein. Bei den vielen wunderschönen Sachen, die ich mir ausleihe, fällt es mir nämlich auch zunehmend schwerer auf die X. Jeans bzw. das X. Kleid zu verzichten.

In diesem Sinne: Euch noch einen schönen Sonntag.

Nachtblaues COS Kleid: 19.00 € Oxfam
Bomberjacke: 35.00 € Ebay Kleinanzeigen
Schal aus Wolle: 10.00 € Flohmarkt
Rucksack: 40 € schwarzes Brett
Sonnenbrille Moschino: 45.00 € gekauft bei 13

  5 Replies to “Tag 284: COS Kleid & Bomberjacke”

  1. Tanja
    Oktober 12, 2015 at 11:30 am

    Hey Hindi,
    Mal wieder ein spitzen Outfit. Ich mag diesen Stilbruch aus Bomberjacke und Kleid sehr.
    Ich bin seit vielen Jahren überzeugte Second Hand Trägerin, weil…

    1. …ich nicht bereit bin für einen Alptraum aus Polyacryl oder Polyester oder sonstige Kunstfaser aus Plastik bei einer Fastfashion Kette viel Geld zu bezahlen. In Second Hand Läden findet man auch qualitativ hochwertige Stoffe zu super Preisen.

    2…es in Second Hand Kleidung auch leichter ist seinen eigenen Stil umzusetzen, und nicht wie jetzt alle hier im Prenzlauer Berg uniformiert im blauen oder schwarzen Mantel plus grauem Schal und grauer Mütze oder wahlweise Dutt auf dem Kopf rummrennt. Ach, ich vergaß den obligatorischen Boogaboo vor sich herschiebend…;-) Jede größere Stadt hat leider diese uniformierten Viertel.

    Mit dem Geld was ich durch den Kauf von Second Hand Kleidung einspare, kann ich mir dann auch mal einen neuen Mantel einer Jungdesignerin leisten, die ihre handgenähten Sachen auf dem Flohmarkt anbietet. Der Mantel war nicht teurer als bei ZARA, dafür aber ein extravaganter, zeitloser Schnitt, den ich auch noch in 10 Jahren trage werde.

    Wir haben als Konsumenten die Macht mit unserem Geld zu entscheiden, wen wir in diesem System unterstützen.

    • Fabris
      Oktober 12, 2015 at 11:39 pm

      Toll geschrieben, Tanja. Richtig gut auf dem Punkt gebracht.

      • Tanja
        Oktober 13, 2015 at 12:35 pm

        Danke Fabris, nett von Dir!

  2. Dorit
    Oktober 14, 2015 at 10:55 am

    Ich frag mich auch jedes Mal, wenn ich die vielen tausend Klamotten in den Läden sehe – brauch ich das? Und dann stelle ich fest, dass ich dieses und jenes, was gerade wieder total gehypt wird, so ähnlich in meinem Schrank habe (seit Ewigkeiten). Und dann frage ich mich auch: Braucht das überhaupt alles irgendwer? Verkaufen die diese ganzen vielen Teile eigentlich wirklich? Und was passiert mit den Sachen, die sie nicht verkaufen?

  3. Rarike
    Oktober 15, 2015 at 6:30 am

    So geht es mir auch. Irgendwann hat es sich bei mir „eingeschlichen“, dass ich fast nur noch in Secondhand Läden gehe. Aber bewusst aufgefallen ist mir das erst, als ich nach langer Zeit erstmals wieder in einem größeren Shoppingcenter bei mir ums Eck war und mir da drin fast schwindlig wurde. So verdammt viele Klamotten, wer soll die alle kaufen!? Mehr konnte ich gar nicht mehr denken, so überfrachtet und überfordert hab ich mich angesichts der überquellenden Ständer gefühlt.

    Außerdem seh ich das wie Tanja: Die Sachen fühlen sich oft genug mies an und kosten viel, wohingegen es in Secondhandläden echte Schätze gibt, was Material, Schnitt, Qualität angeht -teilweise für nen Appel und nen Ei 🙂

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